Zürich – Gesichter (m)einer Stadt

Ich bin ein Kind der Fotografie, die Videografie war noch nie so ganz „meins“, auch wenn ich mich immer mal wieder mit diesem Medium befasst habe und so ziemlich jede Fotokamera in meinem Besitz dazu in der Lage ist, mehr oder minder gute Filme zu erstellen. Mich persönlich hat es immer gestört, dass man nur bei sehr teuren Videokameras die Objektive wechseln kann, ansonsten aber dazu verdammt ist, sich mit der Technik zu arrangieren, die verbaut worden ist, ganz abgesehen von einigen anderen Einschränkungen, die man bei allseits bekannten „Consumer“-Videosystemen hin zu nehmen hat. Ich kenne meine Objektive, wähle immer sehr genau aus gutem Grund diese oder jene Linsenkombination, wenn ich fotografierend unterwegs bin und bis vor kurzer Zeit war es mir schlicht und ergreifend nicht möglich, eines der vielen Projekte, die in meinem Kopf herum geistern, umzusetzen, da ich mir gewisse Kamerasysteme einfach nicht leisten kann – und ich auch nicht gewillt bin, aus reiner Passion Unsummen für Technik auszugeben, die ich nicht gut kenne. Ganz abgesehen davon unterscheidet sich gehobene Videografie in einigen Aspekten ganz grundlegend von der klassischen Fotografie, aber es wäre zu komplex, das hier genauer zu erklären. Lange Rede, kurzer Sinn: Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, eine sehr eigene Videokamera gebraucht zu ersteigern, eine Kamera, die mit den Objektiven, die ich bisher an meiner Fotokamera verwendet hatte, benutzen konnte. Es sollte ein sehr steiler Lernprozess werden! Drückte ich bisher nur einen Knopf und so ziemlich alles lief von da an vollautomatisch, so funktioniert dieses Ding vollkommen anders. Aber auch das wäre zu komplex, um hier eingehender beleuchtet zu werden.

Von je her hatte ich den Wunsch, Foto- und Videografie irgendwie zu verbinden. Eine Fotografie, die im richtigen Moment erstellt einen ganzen Film erzählen kann, ist eine wundervolle Fotografie. Ein Video (oder Film) ist im Grunde genommen nichts anderes, als eine Fotografie, in der sich etwas bewegt oder aber die selbst bewegt wird. Aber das, was heutzutage aus bewegten Bildern gemacht wird, war nicht das, was mir vorschwebte. Ich wollte einen Film erzeugen, dessen Darstellungsqualität an die eines Fotos heran reicht und ein ganz wesentliches Element der Fotografie aufweist: Die Unbewegtheit, die eingefrorene Starre eines Momentes. Nach einigen Überlegungen und zahlreichen Stunden der Einarbeitung in jene besondere Kamera lag der Weg zum gewünschten Ziel vor meinen Augen: Die Videokamera vollkommen unbewegt eine Sequenz aus bis zu einer Minute aufzeichnen lassen und dann mehrere Sequenzen zu einem grösseren Film zusammen setzen, sozusagen viele bewegte Fotografien aneinander reihen. Ich streife gerne und oft durch Zürich, um mir unbekannte Ecken zu entdecken und bisher habe ich fast ausnahmslos nur Fotografien erstellt, in den vergangenen Wochen aber bin ich mit jener besonderen Videokamera herum gestreunt, habe sie an Orten, zu denen ich eine besondere Verbindung habe, aufgebaut und eingerichtet, die jeweilige Sequenz gefilmt und im Anschluss nachbearbeitet, woraus eine kleine Hommage an die Stadt an der Limmat entstanden ist, so, wie ich sie nun einmal sehe, so, wie ich sie liebe, so, wie ich sie erlebe.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, jenem daraus entstandenen Film den möglichen „Schnickschnack“ zukommen zu lassen, den man heutzutage in Videos einzubauen hat, damit es ein vermeintlich „gutes“ Filmchen wird, somit reduzierte ich die notwendige Nachbearbeitung auf das Erscheinungsbild des Ausgangsmaterials (und eine solche ist bei einer Kamera dieser Art zwingend notwendig!). Keine Musik, keine gesonderten Video- oder Audio-Effekte, nur die Geräusche der Szenerie in dem Moment, in welchem ich die Sequenz filmte, mehr nicht. Ein kleiner Tipp: Man kann sich diesen Film ganz gut zur Entspannung ansehen oder im Hintergrund auf einem entsprechend grossen TV-Gerät anzeigen. Ich mochte von je her jene Filme, die vor allem zu sehr später Stunde im Fernsehen gezeigt wurden: Aquarien, Kaminfeuer, Bilder aus dem Weltall und dergleichen. Ruhige, aber bewegte Bilder. In etwa das wollte ich erreichen, als ich jenen Film von Zürich erstellte, aber urteilen Sie selbst:

Ungeduldige finden den Film (allerdings in entsprechender Qualität…) bei YouTube:

Wenn Sie diesen Film auf Ihrem Mac, Apple TV, iPad oder iPhone betrachten möchten, so können Sie diesen unter nachfolgender Adresse herunter laden (4,3 Gigabyte):

http://www.blackmac.ch/transfer/ZurichAPPLE.zip

Möchten Sie lieber diesen Film im MPEG4 Format haben, dann können Sie ihn hier herunter laden (5,7 Gigabyte):

http://www.blackmac.ch/transfer/ZurichMPEG.zip

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